Zu den sehr persönlich gehaltenen Texten gehören sicher MORATORIUM
(enthalten in HUSARENSTÜCKE, siehe ANARCHISTISCHES) und PASSBILDER
(enthalten in FRAKTALE FABELN, siehe KRYPTISCHES). Augenzwinkernde Lebensläufe enthalten der Klappentext von MIT ENGELS ZUNGE (siehe ÖSTLICHES) und MUMMENSCHANZ (enthalten in ZUNGENSALAT, siehe MASKIERTES). Weitgehend biographisch sind freilich auch die Mönch-Notizen (siehe MÖNCHISCHES) und fast alles aus LAKONISCHES. Wann die personae abgelegt, wann wirklich "Ich" gesagt nach aller Rollenlyrik? Ich glaube 1989. Da geb ich Buk (Bukowski) recht, wenn er meinte, dass man mindestens 40 Jahre auf dem Buckel haben müsse, ehe man echt schreiben könne.

Manfred Ach
WerkStattBericht

Prosa, Titelcartoon: Michael Heininger, MaroVerlag,
1. Auflage Augsburg 1998, ISBN 3-87512-197-X, 52 S., EUR 6.-

Ein outing allererster Güte (oder allerletzter Schmunzelkunst).

Es ist keinerlei Sinn mehr darin zu sehen, wollte ich ihr sagen, Neues zu erfinden. Es geht um Zusammenfassungen, Bilanzen, Abgesänge. Die Konsequenz für einen Schriftsteller kann nur darin liegen, wollte ich ihr sagen, das bisher Gesagte auf eine neue Weise, d.h. in neuer Kombination, der subjektiven Lage und der Weltsekunde angepaßt, zu formulieren. Auch das ist natürlich nicht neu, wollte ich sagen, nahm aber einen Schluck Weißbier. Das Neue besteht in der völlig andersartigen, unbeschwerten, willkürlichen Adaption des Vorhandenen in der Art der poetischen Bühne, d.h. in einer ars combinatoria, die sich des Plagiats nicht mehr schämen muß, nachdem Subjektivität als Querschnitt der Weltsekunde ihren Wert der Intensität eingebüßt hat, wollte ich sagen. Worin das Eigenschöpferische liegt, ist nicht mehr als der Zusammenhang oder die Herstellung von Zusammenhängen, die ihrerseits natürlich Traumminuten der Weltzeit, Bildersequenzen der Unzeit, damit der Geschichtsverweigerung sind, letztlich der Identitätsverweigerung, der Ich-Angst in einer Ausdrucksweise des Ich-Zerfalls, wollte ich sagen, einer Möglichkeit nicht der Selbstfindung, sondern der Selbstauflösung des Bewußtseins, analog dem kosmischen Zerfall, wollte ich sagen, sagte es aber nicht, sondern nahm einen Schluck Weißbier.

WerkStattBericht.
Inszenierte Lesung auf 2 CDs. Anders Ateliers Wien 2005, EUR 12.-

(nur direkt, nicht über Buchandel erhältlich)


Manfred Ach
Zwiefacher

Prosa, Edition Ludwig im Tale, 1. Auflage München 2002,
ISBN 3-927890-67-7, 52 S., EUR 6.-

Sie können mir nicht folgen?
Seien Sie froh.
Wenn Sie mir folgen könnten,
wären Sie ja in demselben Zustand,
in dem ich mich befinde.
Bleiben Sie, wie Sie sind!
Nur so können Sie mir,
obwohl Sie mich so beunruhigt ansehen,
ein Beruhigungsmittel sein.


Manfred Ach
SO ZU SAGEN
.
52 Abschiede.

Gedichte, 1.Auflage München 2005, 100 nummerierte Exemplare,
Edition Ludwig im Tale,
ISBN 3-927890-79-0, 64S., EUR 6.-

Abschiede sind meist förmlich, oft traurig, selten selig

Es gibt Abschiede, nach denen Lippen nachgezogen und Haare gekämmt werden,
als ob dann wieder alles in Ordnung wäre.

Es gibt Abschiede, mit Besuchen und Feiern in Zusammenhang stehend,
mit Szenen und Briefen, und schließlich, den Zusammenhang zerreißend,
mit vielen Stunden und Schmerzen.

Und es gibt Abschiede aus diesem Leben,
tödliche Hintritte, auch Weggänge, Entfernungen,
das Schließen eines Buches,

sozusagen.

Manfred Ach
HEY JOE

Umschlaggestaltung: Walter Hartmann
Maro Verlag 2008, S. 24, ISBN 978-3-87512-907-6, EUR 3,00

Dieser Text über Mitte/Ende der 60er Jahre gibt knapp und präzise Auskunft über eine Zeit, in der auch der Maroverlag gegründet wurde.

Zu den sehr privaten Äußerungen gehören auch zwei Beiträge in Büchern der A.R.W. (Siehe www.religio.de/arw). Dort gab es in der Dokumentations-Edition 26 den ‘Rückblick auf einen Lebensabschnitt’: DAS GEHT NICHT SPURLOS AN EINEM VORÜBER, in dem ich meine Motive, mich gegen religiösen Extremismus eingesetzt zu haben, darlegte. Meine Schnüffeleien in magischen Geheimbünden sind näher erläutert in der Hiram-Edition 27 der A.R.W., nämlich im dortigen Schlusskapitel:
ICH TRINKE JÄGERMEISTER AUF ALLE GROSSMEISTER!

Die üblicherweise veröffentlichte Vita / Bionotiz

Manfred Ach, * 1946 in Grünwald bei München, lebt dort und in Wien. Studium der Germanistik, der Philosophie und Theologie. Von 1974 bis 2008 im Brotberuf Lehrer für Rhetorik, Literatur, Deutsch und Religion.
Ab 1976 nebenberuflich in der Verlagsleitung der Arbeitsgemeinschaft für Religions- und Weltanschauungsfragen (München) tätig, wo er die Edition religionswissenschaftlicher Schriften betreut und über 200 Buchtitel editierte. Wissenschaftliche Aufsätze und journalistische Arbeiten über weltanschauliche Themen. Seinen ersten Gedichtband publizierte Manfred Ach 1967. Weitere Lyrik- und Prosaarbeiten folgten. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, in Anthologien und im Rundfunk. Lesungen und literarische Happenings. Ab 1974 für 15 Jahre aus grundsätzlichen Erwägungen keine künstlerisch-literarische Produktion. Seit 1989 wieder "da". Vorliebe für Alternativpressen, Kleinverleger, Bibliophile. Und vor allem für die bunte Szene der "little mags" und der E-Zines, "weil hier das Leben tobt. " Schwerpunkte: Lyrik, (Kurz-)Prosa. (Un)heimliche Leidenschaft: Aphorismen & andere Schnapsideen (= die berüchtigten "Mönch-Notizen", publiziert in bisher über 40 Folgen). Derzeit lieferbare Buchtitel sind einsehbar unter www.buchhandel.de (Suchbegriff Ach Manfred). Die (umfassendere) Liste findet man bei www.m-ach.de unter "LIEFERBARES".