Prosa,
Titelcartoon: Michael Heininger, MaroVerlag,
1. Auflage Augsburg 1998, ISBN 3-87512-197-X, 52 S., EUR 6.-
Ein
outing allererster Güte (oder allerletzter Schmunzelkunst).
Es ist
keinerlei Sinn mehr darin zu sehen, wollte ich ihr sagen, Neues
zu erfinden. Es geht um Zusammenfassungen, Bilanzen, Abgesänge.
Die Konsequenz für einen Schriftsteller kann nur darin liegen, wollte
ich ihr sagen, das bisher Gesagte auf eine neue Weise, d.h. in neuer
Kombination, der subjektiven Lage und der Weltsekunde angepaßt,
zu formulieren. Auch das ist natürlich nicht neu, wollte ich sagen,
nahm aber einen Schluck Weißbier. Das Neue besteht in der völlig
andersartigen, unbeschwerten, willkürlichen Adaption des Vorhandenen
in der Art der poetischen Bühne, d.h. in einer ars combinatoria,
die sich des Plagiats nicht mehr schämen muß, nachdem Subjektivität
als Querschnitt der Weltsekunde ihren Wert der Intensität eingebüßt
hat, wollte ich sagen. Worin das Eigenschöpferische liegt, ist nicht
mehr als der Zusammenhang oder die Herstellung von Zusammenhängen,
die ihrerseits natürlich Traumminuten der Weltzeit, Bildersequenzen
der Unzeit, damit der Geschichtsverweigerung sind, letztlich der
Identitätsverweigerung, der Ich-Angst in einer Ausdrucksweise des
Ich-Zerfalls, wollte ich sagen, einer Möglichkeit nicht der Selbstfindung,
sondern der Selbstauflösung des Bewußtseins, analog dem kosmischen
Zerfall, wollte ich sagen, sagte es aber nicht, sondern nahm einen
Schluck Weißbier.